11. Oktober 2019 –  15. Februar 2020
- Kaiser Wilhelm Museum, Joseph-Beuys-Platz 1, 47798 Krefeld 47798 NRW Deutschland

Folklore & Avantgarde

Die Rezeption von Volkskunst und Traditionen im Zeitalter der Moderne

Die „isms“ der Avantgarde – Expressionismus, Futurismus, Kubismus oder Konstruktivismus kehren angeblich der Vergangenheit den Rücken. Doch inwiefern stimmt dieses Bild? Widersprechen sich Modernität und Tradition tatsächlich? Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses untersuchen die Kunstmuseen Krefeld das Interesse internationaler Avantgarden an volkstümlichen Traditionen und Ausdrucksformen. Zugleich werden aber auch aus umgekehrter Perspektive die Einflüsse der Populär- und Stammeskultur auf die Entwicklung der Moderne in der bildenden und angewandten Kunst wie auch in den Bereichen Architektur, Theater und Musik thematisiert.

Die Rezeption von Volkskunst und Traditionen im Zeitalter der Moderne Die „isms“ der Avantgarde – Expressionismus, Futurismus, Kubismus oder Konstruktivismus kehren angeblich der Vergangenheit den Rücken. Doch inwiefern stimmt dieses Bild? Widersprechen sich Modernität und Tradition tatsächlich? Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses untersuchen die Kunstmuseen Krefeld das Interesse internationaler Avantgarden an volkstümlichen Traditionen und Ausdrucksformen. Zugleich werden aber auch aus umgekehrter Perspektive die Einflüsse der Populär- und Stammeskultur auf die Entwicklung der Moderne in der bildenden und angewandten Kunst wie auch in den Bereichen Architektur, Theater und Musik thematisiert. Die besondere Situation in Krefeld bildet den Ausgangspunkt: Das Kaiser Wilhelm Museum, 1897 zur Zeit des Jugendstils und der Reformbewegung gegründet, stellte bereits früh Volkskunst aus und suchte handwerkliche Traditionen durch neue gestalterische Impulse fortzuführen wie auch zu modernisieren. So ließ sich Heinrich Campendonk von Hinterglasmalerei und bemalten Bauernmöbeln inspirieren, und die traditionsreiche lokale Seidenindustrie arbeitete zusammen mit Bauhaus-KünstlerInnen an neuen Produkten. Viele Künstler der Moderne wie Wassily Kandinsky, Anni Albers, Charles Sheeler, Elie Nadelman oder auch das Designer-Duo Charles und Ray Eames trugen selbst umfangreiche Sammlungen folkloristischer Werke und Objekte von Naturvölkern zusammen, die nun in der Ausstellung mit Arbeiten der KünstlerInnen selbst in direkten Dialog treten. Dabei werden Themen wie Kolonialismus, Nationenbildung, Rückkehr zum Handwerk im industriellen Zeitalter und Frauenhandwerk aufgeworfen. Dokumente und Archivmaterial bereichern die Präsentation.

Es erscheint eine wissenschaftliche Publikation (D/E); ein Symposium ist in Planung.

Künstler/Innen (Auswahl)
» Josef Albers
» Constantin Brâncusi
» Heinrich Campendonk
» Sonia Delaunay-Terk
» Natalja Gontscharowa
» Marsden Hartley
» Wassily Kandinsky
» Ernst Ludwig Kirchner
» Le Corbusier
» u.v.a.

Bild 1: Heinrich Campendonk, „Pierrot mit Schlange“, 1923, Hinterglasmalerei. 51 x 55,5 x 1,8 cm, Slg. Kunstmuseen Krefeld. © VG Bild-Kunst, Bonn. Foto: Kunstmuseen Krefeld, Volker Döhne
Bild 2: Wassily Kandinsky, „Sintflut“, 1912, Tempera auf Leinwand,100 x 105 cm, Slg. Kunstmuseen Krefeld.Foto: Kunstmuseen Krefeld, Volker Döhne

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